Bewertungsschema für Transformative Pädagogik
Schwerpunkt: Soft Skills
Hinweis für Lehrkräfte: Dieses Bewertungsschema geht über die klassische Bewertung des erinnerten Wissens hinaus. Es berücksichtigt zwar immer noch das konzeptionelle Verständnis, legt aber den gleichen Schwerpunkt auf Anwendung, Interaktion und Reflexion des Gelernten. Damit entspricht es den Zielen der transformativen Pädagogik.
Durch die Integration von Fähigkeiten wie Zusammenarbeit, kritischer Reflexion, ethischem Bewusstsein und persönlichem Engagement ermöglicht dieses Tool Lehrkräften, Schülerinnen/Schülern und Gleichaltrigen, die oft schwer fassbaren, aber wichtigen „Soft Skills“ wie Einfühlungsvermögen, Selbstregulierung, Perspektivenwechsel und Kreativität zu bewerten.
Sie lädt die Lernenden auch dazu ein, sich ihrer eigenen Lernprozesse bewusst zu werden, und regt sie dazu an, darüber nachzudenken, wie sie lernen, wie sie handeln und wie sie ihr Lernen in größeren Zusammenhängen einbinden. Auf diese Weise unterstützt dieses Bewertungsschema nicht nur eine faire und transparente Benotung – was bei gemeinschaftlichen Arbeiten oft ein großes Problem darstellt –, sondern verbessert auch die erzieherische Funktion der Bewertung selbst. Bei Gruppenprojekten ist es wichtig, für jede Schülerin/jeden Schüler getrennte Aufgaben zu erstellen, damit eine individuelle Bewertung möglich und auch fair ist. Dieses Schema ermöglicht eine individuellere Bewertung von Gruppenprojekten und kreativen Arbeiten.
Einführung für Schülerinnen/Schüler:
Bei diesem Bewertungsschema geht es nicht nur darum, zu prüfen, was Sie sich merken können. Es hilft dabei, zu erkennen, wie Sie denken, wie Sie Ihr Wissen anwenden, wie Sie mit anderen zusammenarbeiten und wie Sie als Lernender und als Mensch wachsen, unabhängig davon, ob Sie aufgefordert werden, sich selbst oder eine Mitschülerin/einen Mitschüler zu benoten.
Neben den Kenntnissen geht es auch um Fähigkeiten wie:
· Wie Sie Probleme lösen und Ideen in realen Situationen anwenden
· Wie Sie mit anderen zusammenarbeiten und kommunizieren
· Wie Sie über Ihr Lernen reflektieren und Ihre eigenen Annahmen in Frage stellen
· Wie Sie das Gelernte mit größeren Problemen in der Gesellschaft oder in der Welt verbinden
Diese Fähigkeiten werden manchmal als „Soft Skills“ bezeichnet, gehören aber generell zu den wichtigsten Fähigkeiten für das Leben nach der Schule. Sie sind nicht immer leicht zu messen – aber dieses Schema gibt Ihnen (und Ihrer Lehrkraft) eine Möglichkeit, diese Fähigkeiten klar zu erfassen. Und die gleichen Regeln gelten für alle.
Sie werden auch bemerken, wo Sie sich weiterentwickeln und woran Sie als Nächstes arbeiten müssen – nicht nur in Bezug auf Fakten, sondern auch in Bezug auf Ihre Lern- und Denkweise. Kurz gesagt, dies ist ein Instrument, das nicht nur der Benotung dient, sondern auch dem sinnvollen Lernen. Sich selbst und seine Mitschülerinnen und Mitschüler zu bewerten, ist auch Lernen.